Von den Grundregeln bis zum Dresscode – wer die Basics kennt, geniesst Polo vom ersten Moment an
Der Ascona Polo Cup wird als Arena- bzw. Sandpolo ausgetragen: drei gegen drei auf einem rund 80 × 50 Meter grossen, mit Filz durchsetzten Sandfeld, über drei Turniertage mit sechs Teams. Wer die wichtigsten Grundregeln kennt – von den Chukkern über das Handicap bis zur Line of the Ball – findet sich als Neuling rasch ins rasante Spielgeschehen ein.
Polo gilt als einer der ältesten und elegantesten Mannschaftssportarten der Welt – und wirkt auf den ersten Blick komplex. Dabei genügen ein paar Grundregeln, um das Geschehen am Spielfeldrand voll zu geniessen. Hier die Basics dieses rasanten Sports, elegant erklärt, gefolgt von den Besonderheiten, die den Ascona Polo Cup auszeichnen.
Der Ascona Polo Cup: Polo auf Sand
Anders als das klassische Rasenpolo wird der Ascona Polo Cup als Arena- bzw. Sandpolo ausgetragen. Gespielt wird auf einem Sandbelag, der mit Filzstücken durchsetzt ist: Diese Beimischung gibt dem Boden Struktur und Halt, federt die Bewegungen ab und sorgt für einen griffigen, trittsicheren Untergrund für die Pferde. Mit rund 80 × 50 Metern ist das Spielfeld deutlich kompakter als ein klassisches Rasenfeld (ca. 270 × 180 m) – und diese Nähe ist gewollt: Das Geschehen bleibt jederzeit überschaubar, das Publikum sitzt nah am Spiel, und Tempo wie Emotion sind unmittelbar zu spüren.
Statt vier treten in Ascona drei Spieler pro Team an – gespielt wird also drei gegen drei. Über die drei Turniertage messen sich insgesamt sechs Teams. Auf dem Sand entfällt zudem das klassische «Divot Stomping», das Gras-Zurücktreten, das nur auf Rasen nötig ist. So entsteht jenes unverwechselbare Ascona-Erlebnis: hochklassiger Sport auf engem Raum, eingebettet in die mediterrane Kulisse am Lago Maggiore.
Das Team
Im klassischen Rasenpolo trägt jeder der vier Spieler eine Nummer, die seiner Position entspricht: Nr. 1 ist der Angreifer, Nr. 2 der Mittelfeldspieler, Nr. 3 der taktische Dreh- und Angelpunkt – das Herz des Teams – und Nr. 4 (auch «Back» genannt) der Verteidiger auf der hintersten Position. Während sich 1 und 2 nach vorn orientieren, übernehmen 3 und 4 die Defensive und bauen das Spiel von hinten auf. In Ascona spielen drei Spieler pro Team, drei gegen drei – die Rollen verteilen sich entsprechend auf drei Positionen.
Das Spielfeld
Das klassische Rasen-Polofeld misst 300 mal 200 Yards, also rund 270 mal 180 Meter. Die drei Meter hohen Torpfosten stehen 8 Yards (ca. 7,20 m) auseinander und sind aus Sicherheitsgründen nicht fest verankert. Als Tor zählt jeder Ball, der zwischen den gedachten Verlängerungslinien der Pfosten hindurchgeschlagen wird – gleich in welcher Höhe. In Ascona misst das Sandfeld rund 80 × 50 Meter.
Die Spielzeit
Ein Spiel besteht aus mindestens vier und höchstens acht Spielabschnitten, den Chukkern. Ein Chukker umfasst 7,5 Minuten reine Spielzeit; bei Unterbrechungen wird die Uhr angehalten. Die Pausen dazwischen, in denen die Pferde gewechselt werden, dauern drei bis fünf Minuten. Nach jedem Tor wechseln die Mannschaften die Spielrichtung – für Erstbesucher zunächst verwirrend. Fällt ein Spieler unverletzt vom Pferd, läuft das Spiel weiter; stürzt oder verletzt sich ein Pferd, gerät ein Zaumzeug in Unordnung oder löst sich eine Bandage, wird sofort unterbrochen.
Das Handicap
Ähnlich wie beim Golf hat jeder Spieler ein individuelles Handicap – auf einer Skala von −2 (Anfänger) bis +10. Weltweit gibt es derzeit nur eine Handvoll Spieler mit +10; rund 90 Prozent bewegen sich zwischen 0 und +2. Das Teamhandicap ist die Summe der Einzelwerte; treffen Mannschaften mit unterschiedlichem Teamhandicap aufeinander, erhält die schwächere eine Torvorgabe.
Line of the Ball
Die Linie des Balls und das Wegerecht bilden die Grundlage des Spiels. Die Linie des Balls ist die weitergedachte Richtungslinie des geschlagenen Balls; sie darf von einem Gegner nicht gekreuzt werden. Wer seinem Ball auf gerader Linie folgt oder als Erster ohne Behinderung anderer auf die Linie des rollenden oder fliegenden Balls einschwenkt, darf nicht gekreuzt werden – denn das würde Pferd und Spieler gefährden.
Der Schläger und der Ball
Der Poloschläger (auch «Stick») besteht meist aus Bambus oder Weidenholz und wird ausschliesslich in der rechten Hand geführt. Je nach Grösse von Pferd und Reiter ist er 122 bis 137 cm lang. Das Endstück, mit dem geschlagen wird, heisst «Zigarre». Die Bälle – traditionell aus gepresstem Bambus, heute meist aus Kunststoff – haben rund zehn Zentimeter Durchmesser, wiegen etwa 130 Gramm und erreichen hart geschlagen bis zu 130 km/h.
Hooking / Sticken
Das Hooking, auch «Sticken» genannt, stört den Gegner bei einem Angriff aufs Tor: Ein Spieler hakt seinen Schläger in jenen des Gegners und hindert ihn am Schlag. Niemals aber darf unter dem Pferdehals oder den Pferdebeinen hindurch gehookt werden – denn die wichtigste Regel im Polo ist stets der Schutz des Pferdes.
Seitenwechsel und Throw In
Nach jedem Tor wechselt die Spielrichtung. Der Überlieferung nach spielte man Polo in Indien der Hitze wegen meist abends, wenn die tief stehende Sonne blendet; die häufigen Seitenwechsel gleichen die Chancen der Teams aus. Nach jedem Tor folgt zudem ein «Throw In»: Die Spieler beider Mannschaften stellen sich an der Mittellinie in Richtung des gegnerischen Tores auf, und einer der beiden Schiedsrichter wirft den Ball mit dem Ruf «Play» ein.
Der richtige Stil am Spielfeldrand
Zum vollen Polo-Erlebnis gehört auch der passende Auftritt. Tagsüber empfiehlt sich stilvoll-leger, etwa der klassische Preppy-Look. Für die Abende gibt es beim Ascona Polo Cup jeweils ein Motto: Am Freitag lautet der Dresscode an der Beachparty «simply white», am Samstagabend heisst es «Welcome to the Jungle!» – wild, bunt und kreativ, wobei eine Jury das beste Outfit des Abends kürt. Wichtig dabei: Es geht nicht um Verkleidung, sondern darum, das Motto dem eigenen Stil entsprechend umzusetzen.
Häufige Fragen zum Polo und zum Ascona Polo Cup
Wie viele Spieler hat ein Team beim Ascona Polo Cup?
Beim Ascona Polo Cup spielen drei Spieler pro Team (drei gegen drei), im klassischen Rasenpolo sind es vier.
Auf welchem Untergrund wird in Ascona gespielt?
Der Ascona Polo Cup ist Arena-/Sandpolo: Gespielt wird auf einem mit Filzstücken durchsetzten Sandfeld von rund 80 × 50 Metern.
Was ist ein Chukker?
Ein Chukker ist ein Spielabschnitt von 7,5 Minuten reiner Spielzeit. Ein Spiel umfasst vier bis acht Chukker; dazwischen werden die Pferde gewechselt.
Was bedeutet das Handicap beim Polo?
Jeder Spieler hat ein individuelles Handicap von −2 (Anfänger) bis +10. Das Teamhandicap ist die Summe der Einzelwerte; die schwächere Mannschaft erhält gegebenenfalls eine Torvorgabe.
Was ist die «Line of the Ball»?
Die Linie des Balls ist die weitergedachte Richtungslinie des geschlagenen Balls. Sie darf von einem Gegner nicht gekreuzt werden, da dies Pferd und Spieler gefährden würde. Zusammen mit dem Wegerecht bildet sie die Grundlage des Spiels.
Gibt es einen Dresscode?
Am Freitag gilt an der Beachparty «simply white», am Samstagabend das Motto «Welcome to the Jungle!». Tagsüber empfiehlt sich stilvoll-leger, etwa der Preppy-Look.

